Voneinander lernen - in der Diakonie

Voneinander lernen - in der Diakonie

Am Dienstag, dem zweiten Tag unserer Profilwoche waren wir mit dem Projekt "Voneinander lernen" bei der Diakonie. Trotz des Regens und der abenteuerlichen Busreise, hatten wir viel Spaß.

Als alle endlich bei der Diakonie angekommen sind, wurden wir sehr nett von den dortigen Mitarbeitern begrüßt. Nach einer stillen Minute der Entspannung und einer kurzen Geschichte, welche uns in das Thema "Rassismus" eingeführt hat, was auch heute noch ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist, hat jeder einzelne in der Gruppe seine Erfahrungen von seinen Begegnungen mit beeinträchtigten Menschen geschildert.
Wir waren überrascht, wie viele Schüler vorher noch nie persönlichen Kontakt mit psychisch oder physisch eingeschränkten Menschen hatten.
Daraufhin hat Thorsten, ein Mitarbeiter, uns mit drei Aufgaben versucht, die Schwierigkeiten im Umgang mit beeinträchtigten Menschen näher zu bringen:

1. Wie soll ich mit Behinderten umgehen?
Unsere Antwoten sollten wir auf Kärtchen schreiben und hinterher an einer Pinnwand aufhängen. Über die Werte waren wir uns mit  allen anderen einig: nomaler Umgang, Gleichberechtigung, Ehrlichkeit, aber auch Respekt, Rücksichtnahme und vieles mehr.

Dazu gab es dann ein paar - für uns - etwas peinliche Rollenspiele, die mehr schlecht als recht verliefen, aber durchaus lehrreich waren.
Thorsten hat einen Behinderten gespielt, der auf einen der Schüler zugekommen ist und diesen bedrängte. Der Schüler musste angemessen reagieren und versuchen, die vorher genannten Verhaltensweisen umzusetzen. Wir konnten beobachten, dass die meisten Schüler verunsichert waren und nicht recht wussten, wie sie reagieren sollten.
Wir haben deutlich gemerkt, dass die Sachen, die wir vorher aufgeschrieben hatten, schwieriger in die Realität umzusetzen sind als gedacht.

2. Was sehe ich? 
Eingeteilt in zweier Gruppen, hatten wir als Aufgabe, unser Gegenüber zu beschreiben. Die Schwierigkeit dabei war es, wirklich nur zu beschreiben und noch nicht zu deuten oder zu interpretieren. "Du hast braune Augen",  "Deine Haare sind blond", "Du siehst müde aus"...Habt ihr den Fehler gefunden? Richtig, der letzte Satz ist schon eine Interpretation. 
Hier haben wir gelernt, dass Beobachtungen sehr wichtig sind und dass man nicht voreilig eine Situation oder einen Menschen nach äußeren Merkmalen bewerten sollte.

3. Was macht der andere?
Denken, denkiger, am denkigsten - das Denkspiel!
Das letzte Spiel war das anspruchsvollste. Im Stuhlkreis mit verwirrenden Markierungen auf dem Boden haben wir uns einen Ball zugeworfen und dabei die beiden Begriffe - Parallel und Kreuz -  in scheinbar zusammenhangloser Reihenfolge genannt. Nach jedem Wurf wurde uns gesagt, ob wir recht hatten oder nicht. Mit etwas Denken konnten wir, nach zwei endlosen Runden des Ratens, herausfinden, dass die Markierungen in der Mitte des Stulkreises sich als sinnlos und irreführend herausstellten und dass die Begriffe einzig und allein etwas mit unserer Sitzposition zu tun hatten. Hier haben wir gesehen, dass manche offensichtliche Anzeichen durchaus trügen können und man manchmal einfach länger hinschauen muss, bis man die Situation durchschaut. 

Diese Spiele haben uns gezeigt, dass wir unbedingt den Menschen hinter der Behinderung sehen müssen und dass diese die Person nicht definiert.

Nach diesen lehrreichen Spielen sind wir in die Stadt zu einer Wohngruppe der Diakonie gefahren. 
Wenn ihr wissen wollt, wie es da weitergeht, lest euch den zweiten Teil von "Voneinander lernen - Probleme im Alltag" durch.

Daniela und Sophie

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Rund um den Hund - Ein Besuch im Tierheim

🐶 Update: Rund um den Hund 🐾